Wettbewerb - Demokratisch Handeln 2025
Stimmen aus Plötzensee

Themen:

  • Geschichte & Erinnern

In der Workshopreihe „Stimmen aus Plötzensee“ setzten sich jugendliche Inhaftierte der Jugendstrafanstalt Berlin mit der NS‑Geschichte des Ortes auseinander. Gemeinsam mit dem Anne Frank Zentrum recherchierten sie zur Biografie des in Plötzensee inhaftierten NS‑Verfolgten Max Bindel. Die Jugendlichen arbeiteten in einer Reihe von Workshops mit historischen Dokumenten, Gedichten und Zeichnungen aus der Haft und führten ein Interview mit seiner Tochter. Aus den Materialien entwickelten sie eigene Hörbeiträge, die in einer Podcastfolge zusammengeführt wurden. Die Produktion erfolgte gemeinsam mit der Podcast‑Crew der JSA. Das Projekt führt Erinnerungskultur, kreative Medienarbeit und persönliche Reflexion zusammen. Die Jugendlichen bekamen die Chance, sich mit der Geschichte ihres unmittelbaren Umfelds auseinanderzusetzen – Max Bindel war damals am gleichen Ort inhaftiert. Mit ihrer kreativen und sensiblen Arbeit trugen die Macher dazu bei, Vorurteile gegenüber inhaftierten Jugendlichen abzubauen. Das Format kann Modellcharakter für die Erinnerungsarbeit mit inhaftierten Jugendlichen haben. Es kann und soll auf weitere Biografien und andere Einrichtungen ausgedehnt werden. Gerade die Begegnungen mit Zeitzeug:innen schufen emotionale Verbindungen und erweisen sich als wertvoll für alle Beteiligten.

[Berlin, 2025]

Kontaktdaten

Anne Frank Zentrum in Kooperation mit der Helmuth Hübener Schule, JSA Berlin
Rosenthaler Straße 39
10178 Berlin