Demokratisch Handeln - Der Wettbewerb 1995
Das Gymnasium bei St. Anna im Dritten Reich und in der unmittelbaren Nachkriegszeit
Schüler des Wahlkurses "Arbeit im Schularchiv/Schulgeschichte" beschäftigen sich im Laufe von zwei Schuljahren mit dem Leben und Lernen am Gymnasium zur Zeit der nationalsozialistischen Diktatur und der Aufbauzeit 1945/46. Sie wollen der heutigen Schülergeneration bewusst machen, auf welche Art und Weise der Schulalltag durch das III. Reich bestimmt war und wie der demokratische Wiederaufbau stattfand. Die Teilnehmer des Wahlkurses beginnen zu konkreten Aufgabenstellungen Material zu sammeln, sie befragen Zeitzeugen, die damals Schüler am Gymnasium waren und suchen gleichzeitig nach Möglichkeiten, den Mitschülern die Vergangenheit abseits üblicher Geschichtsaufbereitung nahe zu bringen. Dabei gehen die Schüler auch provokante Wege: sie schreiben einen Aufsatzwettbewerb mit den zur NS-Zeit gestellten Themen aus. In Form einer fiktiven Biographie - der Werdegang des Gymnasiasten Siegfried wird beschrieben - verarbeiten die Schüler ihre Erfahrungen und Erkenntnisse, Zitate von NS-Grössen sowie Anekdoten und Erinnerungen der Zeitzeugen. Der entstehende Bericht zeugt sowohl von der Intensität, mit der die Schüler sich mit den gestellten Aufgaben beschäftigt haben wie auch von der Professionalität und Urteilskraft im Umgang mit den erhaltenen Informationen. Für die Aufarbeitung des anderen Schwerpunktes ihrer Arbeit - die unmittelbare Nachkriegszeit - wünschen sich die Schüler Kontakt mit Gruppen aus den Neuen Bundesländern. Ausserdem planen sie zusammen mit der Vereinigung ehemaliger Schüler und einem Wissenschaftler der Universität Augsburg die Herausgabe eines Buches zu den letzten zwei Jahrhunderten der Schulgeschichte. (CM)
[Augsburg, 1995]
Kontaktdaten
Gymnasium bei St. AnnaSchertlinstr. 5-7
86159 Augsburg
