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Demokratische Bildung an Schulen priorisieren

Das Jahr 2020 hat Schulen nicht nur vor die große Aufgabe gestellt, den Unterrichtsstoff digital zu vermitteln, sondern auch deutlich gemacht, wie wichtig demokratische Bildung für das Bildungssystem in Deutschland ist. Frau Dr. Adrienne Körner, unsere Regionalberaterin in Bremen, beschäftigt sich durch Ihre Arbeit als Lehrerin sowie Ihrem außerschulischen Engagement - etwa als Fachleiterin für Bildungswissenschaften und Geschichte am Landesinstitut für Schule sowie Ihrer ehrenamtlichen Unterstützung in verschiedenen Kinder- und Jugendprojekten zum Thema politische Bildung - mit der Frage, wie und womit uns das gelingen könnte.

Klar ist für Dr. Adrienne Körner, dass Bildung demokratisch sein muss. Das Internet biete den Raum, Wissen unbegrenzt und offen für jede*n zur Verfügung zu stellen. Dr. Körner bietet in ihrem Online-Seminar das Konzept des „MOOC“ an. Dies steht für „Massive Open Online Course“ und hat einen demokratischen Charakter, indem Wissen einer unbegrenzten Anzahl von Interessierten angeboten wird – egal, ob diese schon Vorwissen mitbringen oder komplett neu den Weg in den digitalen Raum finden. Die Seminarleiterin Dr. Körner empfiehlt diese Form des Wissensaustauschs angehenden Lehrkräften weiter. „Ich kann den Lehrkräften mitgeben, dass sie sich damit zum einen selbst fortbilden können, wenn sie das Thema interessiert. Zum anderen haben sie die Gelegenheit, praktische Ideen direkt umzusetzen und in die Schule zu tragen“, berichtet sie gegenüber dem Bildungsmagazin News4Teach. Die Lerninhalte werden bei MOOCs gerne so strukturiert, dass Interessent*innen ihre Schwerpunkte selbst setzen. Das ist auch praktisch für Referendar*innen, denn die Kurse beinhalten sowohl fachwissenschaftliche Grundlagen als auch Praxisreportagen aus verschiedenen Schulen – multimediales Arbeiten, welches später auch wieder im eigenen Unterricht eingesetzt werden kann.

Eine kooperative Schulgemeinschaft, in der demokratische Bildung nicht am Einzelengagement einer Lehrkraft hängen bleibt, sondern zur Teamarbeit wird, wäre eine Voraussetzung zum Weg der demokratischen Schule, so Dr. Körner. Schüler*innen wären schon ziemlich früh bereit für Demokratie- und Menschenrechtsbildung, es müsse aber der Druck der Benotung schwinden, die Partizipation statt Frontalunterricht angeregt werden und die Einbindung von außerschulischen Lernorten stattfinden. Was für tolle Arbeiten und Ideen dabei entstehen und wie gut sich das Internet wieder einmal zur Präsentation dieser eignet, zeigt sich bei Frau Dr. Körners eigenen Schüler*innen der Carl von Ossietzky Oberstufe Bremerhaven. Eine Gruppe coverte einen selbstgeschriebenen Text eines ehemaligen Schülers. Veröffentlicht wurde das ganze unter dem Titel „Hymnen vom Schlauchboot″ und beschäftigt sich thematisch mit den menschengemachten Krisen und Katastrophen unserer Zeit. Zu finden ist es hier.

Das vollständige Interview mit Frau Dr. Adrienne Körner und Ulrich Ballhausen, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Didaktik der Demokratie an der Leibnitz Universität Hannover,  findet ihr hier.