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Regionale Beratung

1990 wurde mit der ersten Ausschreibung "Gesucht werden Beispiele Demokratischen Handelns" begonnen. Dieser erste Probedurchlauf war noch regional begrenzt und setzte damit zugleich einen Akzent auf die Einsicht, daß man Partner in der Schulpraxis vor allem dann gewinnt, wenn man die regionalen und lokalen schulischen Gegebenheiten berücksichtigt. Fünf weitere nunmehr bundesweite Ausschreibungen des Förderprogramms sind durchgeführt worden, ehe ein entscheidender Einschnitt in die Arbeitsmöglichkeiten und die Reichweite der Förderangebote gelingen konnte:
Mit Beginn des Jahres 95 wirkten die vier Bundesländer Thüringen, Sachsen, Hessen und Bremen innerhalb eines Projektes zur "Wissenschaftlichen Untersuchung" des Förderprogramms Demokratisch Handeln mit dem Bundesbildungsministerium zusammen. Ziel der Untersuchung war es, das Förderprogramm als eine an der pädagogischen Praxis orientierte Unterstützung zu stärken und zu stabilisieren, seine Förderinstrumente - hier besonders die Lernstatt Demokratie - zu evaluieren und zugleich erfahrungsgesättigtes Wissen über die Formen, Bedingungen und Grenzen von Projekten demokratischen Handelns an Schulen und in Jugendinitiativen zu gewinnen.

Seit Beginn des Schuljahrs 95/96 wird das Förderprogramm deshalb durch eine regionale Beratung ergänzt. Hierfür sind in den genannten Ländern je ein Lehrer, eine Lehrerin oder Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen aus der Lehrerfortbildung mit einem Anteil ihrer Arbeitszeit freigestellt worden.

Die Arbeit in der Region hat zwei Seiten: einerseits richtet sie sich auf die Schulpraxis, indem schulische Projekte aufgefunden, ggf. die Beteiligten vor Ort beraten und bei der Dokumentation und Darstellung ihres Tuns und ihrer Erfahrungen unterstützt werden sollen. Damit wird zugleich die Ausschreibung bekannt gemacht und ein Beitrag dazu geleistet, Potentiale für ein verändertes, erfahrungsbasiertes Lernen von Demokratie und Politik an den Schulen selbst zu erschließen. Andererseits fließen Wissen und Erfahrungen aus einzelnen Schulprojekten und der Region an das Förderprogramm zurück. Es besteht dadurch die Chance, seine Angebote an den Möglichkeiten und Handlungsbedingungen der Landesbildungssysteme und der Schulen im einzelnen auszurichten.

Diese Form des Wissenstransfers von der Praxis in die wissenschaftliche Schulpädagogik trägt zur Intensivierung der Förderwirkung bei, und umgekehrt erhöht der persönliche Zugang zu den Schulen das Interesse dort an den Förderangeboten.

Hierzu gehört auch, dass die Regionalberater durch kontinuierliche Mitarbeit in den zentralen Veranstaltungen des Förderprogramms, insbesondere der Lernstatt Demokratie sowie bei der Jury, zur Schärfung der Qualitätsmaßstäbe und zur stetigen Ausbildung der inhaltlichen Dimensionen von Projekten und Initiativen demokratischen Handelns beitragen. Selbstverständlich beurteilen die Regionalberater dabei nur Projekte, die nicht aus dem eigenen Bundesland kommen.

Die regionale Beratung - zwischenzeitlich in zwölf Ländern (zum Teil auf ehrenamtlicher Basis) aktiv - hängt in ihrer Form wesentlich vom Temperament, den Erfahrungen und Interessen der Personen ab, die sie durchführen. Hinzu kommen Faktoren wie z.B. Umfang der Freistellung und die anderen pädagogischen und beruflichen Schwerpunkte der regionalen Berater. Schließlich spielt auch der zeitliche Rahmen, der einzelnen Beraterinnen oder Beratern zur Verfügung steht und der Zugang zu den Schulen vor Ort eine Rolle: Regionalberatung in einem Flächenstaat wie Sachsen sieht eben anders aus als im Zwei Städte-Staat Bremen.

Die regionale Beratung wird koordiniert durch regelmäßige Gespräche, durch gemeinsam konzipierte und von diesem Personenkreis betreute Fortbildungsveranstaltungen, durch Teilnahme an den Jurys des Wettbewerbs und bei wissenschaftlichen Tagungen. Hinzu kommen Projektausstellungen, Vorträge und andere Aktivitäten.

Das Netz der regionalen Beratung, das ab 1995 geknüpft werden konnte, ist in Bewegung und soll nach Möglichkeit weiter ausgebaut werden.

 
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