Die Workshops

Die Workshops stehen im Mittelpunkt der Lernstatt Demokratie. Wir wollen damit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglichen, in neuen Zusammenhängen einen Tag lang konzentriert an einem Thema und einer Aufgabe gemeinsam mit anderen und mit ausgewiesenen Experten kreativ zu arbeiten.

WS 1: "Die Abenteuer des Löwenkindes Hugo" - Ein Theaterworkshop für Grundschüler

Moderation: Detlef Gohlke, Potsdam
Theaterspielen macht Spaß. Doch wie stellt man mit einfachen Mitteln ein ganzes Theaterstück auf die Beine? Genau das könnt Ihr an diesem Tag erfahren und ausprobieren. Die Grundlage zu unserem Stück ist ein Lied von Gerhard Schöne "Die Abenteuer des Löwenkindes Hugo". Vielleicht kennen es einige von Euch schon. Ich lade Euch dazu ein, die Geschichte spielerisch kennen zu lernen. Ihr könnt verschiedene Rollen ausprobieren und aus Papier, Pappe und Stoffen einfache Kostüme und Kulissen zu zaubern. Auch Musik und selbstgemachte Geräusche werden dazugehören. Wir erfinden verschiedene Spielszenen nach Motiven der Geschichte. Daraus wird dann zum Schluss unser Stück. Jeder der Lust hat kann eine Rolle übernehmen. Aber es werden nicht nur Schauspieler gebraucht, sondern auch Kulissenschieber, Geräuschemacher und Erzähler.

WS 2: "Was ich Euch schon immer mal sagen wollte..." Mit der Politik im Gespräch

Moderation: Klaus Wenzel, Schnaittach
Wollen wir wirklich nichts mehr von Politikern und Politik wissen? Oder fehlt es nur an interessanten Themen und geeigneten Möglichkeiten des Gespräches und der Diskussion? In diesem Workshop stehen aktuelle gesellschaftliche Themen im Mittelpunkt und Fragen zum abendlichen Politikergespräch sollen erarbeitet werden. Wir informieren uns über die Politikerinnen und Politiker und überlegen uns Strategien für die Gespräche mit ihnen. Dann wollen wir unseren Gästen "so richtig auf den Zahn fühlen". Wir gestalten eine Diskussions- und Fragerunde, bei der wir die politische Prominenz mit unseren Anliegen konfrontieren. An diesem Workshop können nur Schülerinnen und Schüler teilnehmen!

WS 3: Videoworkshop

Moderation: Götz Gerhardt-Gade, Hamburg
Wir wollen ein"Aachen-Magazin" produzieren, gemeinsam mit Gästen aus der ganzen Republik und unseren Gastgebern aus Aachen.
Aber wir geht das? Neben einer kurzen technischen Einweisung (Vorkenntnisse in der Kameratechnik bzw. Videotechnik sind vorteilhaft, aber nicht zwingend notwendig) geht es in erster Linie um die Inhalte: In der Redaktion legen wir den Rahmen fest. Dann bilden wir mehrere Redaktionsteams, die ihren Aachen-Beitrag von Anfang bis Ende selbst produzieren (Themen finden, recherchieren, aufnehmen, sichten, schneiden, nachvertonen). Am Ende entscheiden wir, ob das gesamte Magazin moderiert werden soll.
Die Themen? Sie liegen in Aachen sozusagen auf der Straße:
"Aachen gehört zu den ältesten Industrieregionen Europas. Tradition haben hier Textil- und Nahrungsmittelindustrie, aber auch Handelshäuser und große Dienstleister. Mit Glanzlichtern wie Printen, aber auch im Baugewerbe wartet das Handwerk auf. Einige Meister haben einen Lehrauftrag an der Hochschule, der Kreis in Richtung Vision schließt sich."
"Tradition? Der Aachener Dom, das Rathaus sind weltbekannt. Geschichte - europäische Geschichte - ist in der Stadt, von der aus Karl der Große ein riesiges abendländisches Reich regierte, überall lebendig. Das historisch-kulturelle Zentrum, die fast südländisch anmutenden Sommernächte auf dem Aachener Marktplatz: wer es einmal erlebt hat, will hier wohnen, will hier seine Existenz aufbauen."
Schon diese wenigen Sätze aus der Aachen-Homepage reichen aus, um Ideen für ein Aachen-Magazin zu produzieren. Doch es gibt noch mehr: Karlspreis, Aachener Karneval (das ist immerhin die 11. Lernstatt), die Grenze zu Belgien und den Niederlanden und natürlich der Gastgeber, das Rhein-Maas-Gymnasium. Der Phantasie und dem Engagement der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind keine Grenzen gesetzt!

WS 4: Lernstatt-Radio mit dem Bürgerfunk Aachen

Moderation: Norbert Büchner, Darmstadt
Radio machen ist faszinierend und aufregend. Genau das wollen wir im Radioworkshop praktisch und mit einer selbstgemachten Radiosendung ausprobieren. Innerhalb von einem Tag werden wir alle Schritte bis zu einer fertigen Sendung durchlaufen. Dabei lernt Ihr die verschiedenen Jobs beim Radio kennen.
Am Vormittag erstellen wir die Inhalte und das Konzept der Radiosendung zusammen und beginnen mit der Produktion von Jingles und Beiträgen. Nach einer kurzen Mittagspause wird die Sendung zusammengestellt und wir gehen am Abend im örtlichen Bürgerfunk Aachen auf Sendung.


WS 5: Kabarett

Moderation: Rolf Schwarz, ÖstringenHabt ihr Lust, mit satirisch-kritischen Texten mal einigen Dampf abzulassen? Damit wir etwas konzentrierter arbeiten können, schlage ich das Thema "FLUCHTEN" vor. Serben fliehen vor Albanern, Schüler vor Lateinlehrern, BSE-Rinder vor Eurokraten, wir fliehen in Drogen und die Lustwelt des Chattens, nach Korea, um nochmals eine Wiedervereinigung zu erleben, in Fußballstadien, zu Gottschalk und Designerlabels, in Freundschaften, aus Freundschaften, mit geputzten Stahlfelgen in volkstümliches Jodeln und ohne Lust in die 35. Abmagerungskur. Also Stoff genug. Euch fällt sicher noch viel mehr ein. Sammelt Ideen, schreibt Texte, Szenen, Songs oder versucht es wenigstens. Ich bin gespannt, was da zusammenkommt und möglicherweise in einem kleinen Programm produziert werden kann. Bringt ggf. auch Instrumente mit. Vielleicht kommen wir auch zu der Erkenntnis, dass die Fluchten auch nicht mehr sind, was sie einmal waren. Dann fliehen wir ganz einfach aus der Flucht ...
Im Workshop "KABARETT" werden ,von elementaren Übungen ausgehend, in der Gesamt- und in Teilgruppen kabarettistische Arbeitsformen vorgestellt und erprobt. In einer längeren Arbeitsphase werden die mitgebrachten Texte zum Thema "FLUCHT" in der Gesamtgruppe vorgestellt und nach kritischer Sichtung in kleineren Gruppen reduziert, geschärft, pointensicher gemacht und schließlich für die Bühne geprobt.
Da mit verschiedensten Mitteln gearbeitet wird (theatrale Übungen, Übungen zum kabarettistischen Singen, Sprechtechnik, Melodrama etc.) und verschiedenste Formen der Theaterarbeit probiert werden, dürfte eine spannende, dichte und anregende Arbeitsatmosphäre entstehen, bei der auch der Spaß nicht zu kurz kommt. An diesem Workshop können nur Schülerinnen und Schüler teilnehmen!

WS 6: "Angekratzt - scratched democracy"

Moderation: Heinfried Tacke zusammen mit Björn Graf, Patrick Tilke und Marc Kühn, Tübingen
Dieser Workshop richtet sich an Beat-Junkies und Turntablerocker. Aber nicht nur an sie. Denn unsere Frage ist: Sind die Spaß-Kids von heute nur Jasager. Oder haben sie ihren eigenen Kopf, was Demokratie und Politik angeht? Und wenn, wie drückt sich das aus? Außerdem: Was meint "hiphop rules the world"
Wir wollen also das Thema Demokratie "ankratzen"- mit Turntables, Texten, Theater und sonstigen Ideen, die uns zusammen kommen. Bequeme Kleidung und Wolldecken brauchen wir wohl nicht. Wichtiger ist die Lust auf Beatbox, Rap, Scratchen und auf Vinyl gebannte Lyrik.
Gute "Scheiben" zum Thema können ebenso mitgebracht werden wie eigene Texte. Am Ende soll daraus eine kleine Inszenierung entstehen. Und vielleicht klappt es ja, dass große alte Ideal vom Zusammenleben: "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen" dabei umzusetzen. Wenn nicht generell, dann wenigstens im Workshop!

WS 7: Vom Parkplatz zum Schulpark

Moderation: Kord Winter, Soest
Solange Schulhöfe mit Parkplätzen verwechselt werden, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn die Schule und ihre Umgebung öde ist. Dies soll in diesem Workshop beispielhaft geändert werden. Jeder Teilnehmer bearbeitet im Modell die Fläche, die für ca. 5-6 Autos oder 20 Schüler vorgesehen ist, also ca.100 m². Die Vorgabe ist, die Modellfläche von 50/50 cm so zu gestalten, dass sie an den Schnittstellen mit den Flächen der anderen Teilnehmer durch Form und/oder Farbe verbunden wird. Jedes Modell sollte ein Grundbedürfnis des Menschen abdecken ( Stille, Krach machen, Bewegung, verstecken, gestalten und verändern,...) und ein Schulfach auf untypische Weise darstellen oder mit einem Anderen fächerübergreifend verknüpfen; also nicht das Feucht-Biotop für den Biologieunterricht sondern z.B. die Mauer "The Wall" gestalten für die Fächer Englisch, Musik, Geschichte,...
Das Ziel der Veranstaltung ist die Verständigung untereinander und die Einigung auf ein gemeinsames Ziel. Am Donnerstagabend können im Gespräch die ersten Vorüberlegungen zu Theorie und Praxis der Aktion erörtert werden. Von Vorkenntnissen abhängig können Aufgaben verteilt werden.
Am Freitag werden mit Hilfe von Skizzen auf Tafel oder Papier technische und gestalterische Einzelheiten erläutert.
Der Anzahl der Teilnehmer entsprechend (max. 16) wird ein Modell aus Spanplatten erstellt. Jeder Teilnehmer ist zunächst für seine Fläche und deren Verbindung zum Nachbarn sowie die Einbindung in das Gesamtmodell verantwortlich. Zu keinem Zeitpunkt wird ein fertiges Produkt erwartet. Diese Aktion verdeutlicht den Prozesscharakter aller kreativen Entscheidungen.
Zur Abschlussveranstaltung wird das Objekt in einem Werkzustand präsentiert, der den Ablauf der Aktion widerspiegelt. Jeder der Teilnehmer hat mit seinem Werkstück ein Objekt gemeinsamen Schaffens produziert, zusammen mit den anderen Teilen ein "Souvenir" eines demokratischen Prozesses.

WS 8: GRAFFITI

Moderation: Katrin Sengewald, Erfurt
"In früheren Jahrhunderten haben die Menschen fremde Welten erobert. Aber was können wir erobern? Alles funktioniert ohne uns. Wir haben Kraft, wir haben Mut, wir haben Talent...wir sind da! wir schreien unsere Botschaften in die Welt, an U-Bahnen und auf Mauern, bunt, aggressiv und schnell." In diesem Workshop werden wir uns über Graffiti unterhalten. Wie und wo sind Graffitis entstanden und wie sehen die Trends heute aus? Bringt alles mit, was ihr habt, auch eigene Entwürfe oder Fotos!
Die Schule hat uns freundlicherweise eine Wand zur Verfügung gestellt. Diese werden wir gemeinsam gestalten. Dabei geht es nicht darum, dass jeder seinen eigenen Entwurf durchsetzt, sondern um einen gemeinsamen Prozess, an dem jeder mitmachen kann. Ein gemeinsamer Tag mit Farben, Pinsel, Spontanität und viel Spaß wartet auf uns.
Am Donnerstagabend findet eine Kennenlern- und Einstiegsrunde statt. Am Freitag werden wir nach einer Einwärmphase an der Wand arbeiten. Natürlich werden wir uns ausführlich über Graffiti unterhalten, und ich bringe etliche Bildbeispiele mit. Bringt bitte alte Sachen für das Arbeiten an der Wand mit!

WS 9: "Pressefreiheit ist Demokratie"

Moderation: Thomas Thelen und Udo Kals, Aachen
Dass zum Handeln in der Demokratie auch die grundgeseztlich gesicherte Meinungs- und Pressefreiheit gehört, dafür wollen die Redakteure Thomas Thelen und Udo Kals (Aachener Zeitung) in ihrem Workshop Schülerinnen und Schüler sensibilisieren. In einem Gruppengespräch sollen zunächst Grundlagen der redaktionellen Arbeit und des Umgangs mit der Pressefreiheit erörtert werden. Ausgehend von Artikel 5 des Grundgesetzes, der die Pressefreiheit festschreibt, und den aus ihm abgeleiteten Regelungen, sollen zunächst die Bedeutung und die Grenzen von Medien in der Demokratie erörtert werden. Anhand der historischen Entwicklung beider deutscher Teilstaaten nach dem Zweiten Weltkrieg wird herausgearbeitet, dass die Pressefreiheit ein konstitutives Merkmal einer funktionierenden Demokratie ist. Zentrale Begriffe wie Zensur, Verwirkung dieses Grundrechts (Art. 18 GG), öffentliche Meinungsbildung und Pluralität spielen dabei eine Rolle. Dabei wird vom Berufsalltag der örtlichen Zeitungsredaktion ausgegangen.
Ein nächster Schritt soll die Teilnehmer in eine praktische Übung hineinführen. Indem wir im Rahmen der Lernstatt Demokratie, ggf. auch in der Stadt Themen suchen und finden, recherchieren, interviewen und schließlich Texte schreiben - Beiträge, Berichte, Interviews, Kommentare sind hierbei denkbar - zeigt sich in der praktischen Arbeit, wie Partizipation an Demokratie für den Journalisten eine interessante und lohnenswerte Sache wird. Schließlich zielen wir darauf, die von den Teilnehmern verfassten Berichte, Kommentare und Reportagen in der Aachenener Zeitung zu veröffentlichen.
Insgesamt gesehen geht es darum, zu zeigen und zu erfahren, dass Pressefreiheit nicht nur konsumierbar, sondern auch aktiv gestaltbar ist, ob als freier Mitarbeiter oder Redakteur einer Zeitung oder aber als Verfasser von Leserbriefen.

WS 10: Nasreddin Hodscha - ein interkultureller Workshop

Moderation: Melek Birol und Aysegül Yilmaz, Aachen
Die Anekdoten von Nasreddin Hodscha sind eine unervergleichliche Kulturerbschaft, die von der Türkei aus sich weltweit ausdehnte. Daher wurde das Jahr 1996 von der UNESCO als das "Internationale Nasreddin Hodscha Jahr" akzeptiert.
Der Workshop wird von zwei türkisch-stämmigen Muttersprachelehrerinnen geleitet und wird diese Persönlichkeit - ein Symbol für Menschenverstand, Reife, Liebe, Verständnis und Frieden - in Wort und Bild vorstellen, sich mit ihr auseinanderzusetzen und den Versuch unternehmen, einige Anekdoten szenisch darzustellen.

WS 11: "Mediation in der Schule. Oder: Von der Möglichkeit, Konflikte selbst in die Hand zu nehmen"

Moderation Wolfgang Wildfeuer, Meißen
Mediation- das Mittel zur Lösung von Konflikten? Viele fragen sich, wie eine solche "Streit-Schlichtung" abläuft und welche Kompetenzen und Möglichkeiten wir haben, um diese Strategie gerade in der Schule wirksam umzusetzen.
Das Modell der Schüler-Streit-Schlichtung geht davon aus, dass es im Sinne einer Konfliktlösung sinnvoll scheint, nicht vorrangig die Durchsetzung eigener Interessen anzustreben, sondern die der anderen am Konflikt Beteiligten ebenfalls im Auge zu haben. Dies geschieht in Form eines Konfliktgesprächs, das von Schülern geleitet wird, die dafür besonders ausgebildet sind. Es geht also darum, selbst die Initiative für die Lösung von Konflikten in die Hand zu nehmen und der einvernehmlichen Lösung den Vorrang vor der möglichen Sanktion zu geben. Damit besteht die Möglichkeit, Verantwortung für das soziale Miteinander und das Schulklima in Schülerhände zu legen und einen für jede einzelne Schule konkreten Beitrag zu ihrer demokratischen Verfassung zu liefern.
Wie läuft nun eine solche Streit-Schlichtung ab? Wie kann dieses Modell an den Schulen jeweils gestaltet werden? Wie sollte eine solche Schlichtergruppe betreut werden? Welche Erfahrungen gibt es? ...
Diese und weitere Fragen sollen im Workshop aufgegriffen und durch erste Erfahrungen bei der Schlichtung in Rollenspielen ergänzt werden.

WS 12: Europa macht Schule

Moderation: Harry Beetz und Barbara Larisch, Bremen
Für eine gute Schule ost es bedeutsam das Leben mit dem Anderen, die Akzeptanz der Unterschiede und die Würdigung des Fremden als Bereicherung der Schulkultur zu betrachten: Europäisierung ist als gesellschaftliches und politisches Ziel längst unumstritten. Die Schulen sind mit ihrer bunt zusammen gesetzten Schülerschaft längst Spiegel unserer multikuturellen Gesellschaft geworden und kennen auch die daraus resultierenden Probleme.
Wie kommt man in einen Organisations- und Arbeitszusammenhang mit Schulen im europäischen Ausland? Die dazu geeigneten Bildungsprogramme, speziell das SOKRATES-Teilprogramm COMENIUS (Schulpartnerschaften) sollen in unserem Workshop in praktischer Perspektive durch zu beantragende Projekte konkretisiert werden.
Was steht hinter COMENIUS? In einem solchen Projekt arbeiten mindestens drei Schulen aus drei Staaten fächerübergreifend an einem Europa-Thema. Das Programm fördert den Erfahrungsaustausch von Lehrkräften und Jugendlichen.
In unserem Workshop bearbeiten wir folgende Aspekte:
· Praktische Beispiele
· Entwicklung eigener Planungsansätze für COMENIUS-Projekte in Blick auf Demokratisches Handeln
· Informationen und Hilfen bei den Formalien (z.B. Wie finde ich Partnerschulen? Wo gibt´s die Anträge? Was sind die Voraussetzungen? Wer ist für mich zuständig?)
Dabei haben wir kein Interesse an einem reinen Theorie-Gespräch. Vielmehr wünschen wir uns vom Kennenlernen der eigenen Workshop-Gruppe bis hin zu den Entwürfen für mögliche Projekte viel Ausprobieren und Phantasie. Möglicherweise kommen wir zu realisierbaren Projekten für Ihre Schule.
Da auch eine demokrattische Europa-Arbeit an der Schule von allen Seiten getragen werden muss, wünschen wir uns eine aus Lehrern und Schülern möglichst gut gemischte Teilnehmerschaft.

WS 13: "Klezperanto"

Moderation: Dr. Almut Ullrich, Aachen
"Klezmer" heißt das Zauberwort und spätestens seit Giora Feidman mit dem Theaterstück "Ghetto" bei Peter Zadek auftrat, horchte man auch in Deutschland auf den Klang seiner Klarinette.
Klezmer (Hebräisch "Klej Semer") umfasst die Einheit von Musiker, Instrument und Lied. "Wie der Klezmer, so die Hochzeit", deutet darauf hin, dass ein Klezmer ursprünglich ein Musiker war, der zur Hochzeit aufspielte. Klezmer-Musik ist ein Gemisch aus osteuropäischer Folklore, synagogalen Klängen, verbunden mit der typischen Färbung der jiddischen Lieder. Mit unterschiedlichen Auswanderungswellen, schon am Ende des 19. Jahrhunderts, kam die Musik nach den USA und machte durch Einflüsse von Jazz, Pop- und Rockmusik starke Veränderungen durch. Ende der 70er Jahre erlebte Klezmer ein mächtiges Revival. Klezmer-Musik ist der jiddischen Sprache vergleichbar: einer Fusionssprache aus Hebräisch, Mittelhochdeutsch und Elementen der slawischen und romanischen Sprachen. Genauso integrierten die frühen Klezmermusiker in prägnanter Weise Melodien und Rhythmen unterschiedlicher Herkunft, verschmolzen sie zu dem typischen Sound, der auch uns an Klezmerbands aufhorchen lässt.
Wir wollen die Klezmer-Musik kennen lernen und zum Anlass nehmen, neue Stücke auf Klezmermanier einzurichten und in leichter Ausführung zu spielen. Als allgemein verständliches "Klezperanto" (so auch der Name einer Klezmerband) ist diese Musik in der "Lernstatt Demokratie" bestens aufgehoben. Willkommen sind alle Instrumente (Trompete bis Triangel, Gitarre bis Keybord). Basis ist die Lust am Musizieren und Neugier auf Veränderungen. "Wie der Klezmer, so die Hochzeit", das lässt sich auch auf uns übertragen.